Dienstag, 13. September 2016

Avocados sind das neue Palmöl

"Pro Jahr werden 1500 bis 4000 Hektar Wald gerodet, um Platz für Avocado-Felder zu schaffen" heißt es auf spiegel-online.  Ich mochte Avocados noch nie, von daher fällt mir Verzicht nicht schwer.
Für das Palmöl gibt es inzwischen eine - ich nenns mal "Entwarnung light", denn laut WWF ist der Palmölanbau viel effizienter als alle anderen Ölpflanzen; d.h. würde der globale Palmöl-Konsum auf Soja, Raps, Kokos und Co. umgestellt, stiege der Flächenverbrauch noch weitaus drastischer (nachzulesen z.B. auf fr-online). Finde ich etwas verkürzt dargestellt; denn z.B. Raps kann man super auch in Europa anbauen, und da gibts noch ordentlich Flächen. Und wir hätten ja sogar noch mehr wenn wir nicht Tierfuttermittel für Mastvieh anbauen würden... Am besten wäre es natürlich, den Ölverbrauch insgesamt zu senken. Also statt Schokoriegel lieber ne Banane - ist eh vernünftiger ;)

Sonntag, 24. Juli 2016

Mausflaus testet Buch „Vegane Eltern – junges Gemüse“

 

Der Ventil-Verlag hat mir freundlicherweise ein Rezensionsexemplar vom neu erschienenen Buch „Vegane Eltern – junges Gemüse“ zur Verfügung gestellt.
Ich habe zwar keine Kinder (und will auch keine), aber das Thema interessiert mich trotzdem - schließlich war ich selber mal Kind, und auch wie andere Leute mit dem Thema Kinder vegan ernähren umgehen, ist ja oft eine Streitfrage.

Aus der Verlagsbeschreibung des "Handbuchs für den veganen Familienalltag":
Hilfe bei typischen Problemen des veganen ­Familienlebens
Was tun vegan lebende Eltern, wenn das Kind ein Haustier möchte oder der Kindergarten einen Zoobesuch plant? Welche Nährstoffe sind für Veganerinnen in der Schwangerschaft besonders wichtig? Und wo gibt es die besten lederfreien Kinderschuhe? Wer vegan lebt und Kinder hat, ist mit vielen Fragen dieser Art konfrontiert. Der Ratgeber »Vegane Eltern – junges Gemüse« will Familien im veganen Alltag unterstützen und Hilfestellungen in typischen Situationen anbieten. Er wendet sich an Eltern, die ihren Kindern Lust auf Veganismus machen wollen, ohne ihnen ein veganes Leben aufzuzwingen.

Für die AutorInnen ist Veganismus mehr als lediglich eine Frage der Ernährung, weswegen neben einem Überblick darüber, welche Nährstoffe für die Entwicklung des Kindes von Schwangerschaft bis Teenageralter wichtig sind, um dem Risiko der Mangelernährung vorzubeugen, unter anderem auch Ratschläge gegeben werden zu veganer Kleidung und Spielzeug, Haustierhaltung und Zirkusbesuch, Medikamenten und Pflegeartikeln, Kindergeburtstagen und der rechtlichen Lage bezüglich Kindergartenverpflegung. Im Zentrum steht dabei die respektvolle Vermittlung der eigenen veganen Lebensweise an die nächste Generation. Ergänzt werden die Ratschläge durch Einschätzungen von Ernährungswissenschaftlern, Pädagogen und Ärzten sowie Erfahrungsberichte aus dem Alltag.

Inhaltsverzeichnis
TEIL 1: DIE VEGANE LEBENSWEISE VERMITTELN
• Zur Vermittlung von Werten
• Vertrauen und Verantwortung. Annette Diehl im Gespräch über Ernährungspädagogik
• »Warum?« – Über Fragen und Antworten
• »Ich will Käse!« – Kinder haben einen eigenen Kopf
• Kinder brauchen Vorleber und weniger Vorbilder. Im Gespräch mit Edith Gätjen
• Meine Suppe ess’ ich nicht! – Picky Eaters

TEIL 2: FAMILIENALLTAG
• Kommunikation statt Konflikt – Großeltern & Co.
• Vertraute und keine Gegner – Bei der Kinderärztin
• Den Veganismus positiv vermitteln. Im Gespräch mit Anke Helène
• Von Kitas und Babysittern
• Vegane Kinder wollen essen. Im Gespräch mit Daniel Böhme
• Feste sind da, um gefeiert zu werden – Kindergeburtstag!
• Veganismus ist ein Prozess. Im Gespräch mit Reuben Proctor
• Aber bitte ohne Tierleid – Pflegeartikel, Badezusatz, Windeln & Co.
• Siebenmeilenstiefel für die Kleinen
• Jeder kleine Schritt ist besser als keiner. Davie, Carrie und Stefan über ihr veganes Familienleben
• Das zweifelhafte Vergnügen an der Dressur – Besuch im Zirkus
• Bildung oder Unterhaltung? – Mein Kind im Zoo
• Verantwortung übernehmen, aber richtig – Die Haustierhaltung
• Artgerecht ist nur die Freiheit. Interview mit den Veganos
• Vegan auf Reisen
• Ohne Eltern auf Tour – Klassenfahrt, Jugendfreizeit etc.
• Kein Druck, keine Verbote, keine Schuldgefühle. Im Gespräch mit Sohra Behmanesh

TEIL 3: GANZ NACH UNSEREM GESCHMACK: GESUNDE ERNÄHRUNG
• Mutter werden – Schwangerschaft und Stillzeit
– Vegane Ernährung während der Schwangerschaft
– Stillen ist kein Muss
– Stillen wäre schön, aber was, wenn’s nicht klappt?
– Kleiner Kolik-Leitfaden
– Wichtige Nährstoffe während der Stillzeit
• Grundstein für eine gesundheitsfördernde Ernährungsweise. Im Gespräch mit Dr. Markus Keller
• Nährstoffbedarf von Kindern in den verschiedenen Lebensphasen
– Beikost
– Erstes bis fünftes Lebensjahr
– Sechstes bis zwölftes Lebensjahr
– Vegane Teenager ab dreizehn Jahren
• Infoblock Nährstoffe
– Nährstoffbedarfstabelle
– Symptome für Mangelernährung
– Nahrungsergänzungsmittel

• Bezugsquellen
• Blogs veganer Eltern
• Literaturempfehlungen

Die Autoren haben selbst Kinder und das merkt man auch; denn es werden alle relevanten Themen angesprochen und leicht und verständlich beschrieben. Und man merkt auch, dass die Autoren liebevolle Eltern sind, die ihre Kinder ernst nehmen und sich Gedanken machen.
Diverse Probleme werden geschildert und Lösungsstrategien gegeben. Und zwar nicht in dem typischen Ratgeber-Sprech "Wenn x passiert, machen Sie dies!", sondern es werden Vorschläge gemacht, die Sichtweise der Kinder beschrieben und immer wieder betont, wie wichtig es ist, dem Kind nichts aufzuzwingen, sondern zu erklären, ihm vegane Ernährung durch leckeres Kochen und Anbieten veganer Varianten schmackhaft zu machen.
Es geht aber nicht nur um die Eltern-Kind-Beziehung, sondern auch wie man vegane Kinderernährung in Kitas, bei den Großeltern, unterwegs usw. hinbekommt.
Dazu werden auch viele wichtige Infos geben, z.B. über Nährstoffe, Supplementierung, Kinderernährung generell.
Außerdem kommen andere vegane Eltern zu Wort, die beschreiben, wie es bei ihnen läuft und wie ihre Sichtweise zum Thema ist. So kriegt man auch noch andere Varianten. Wobei sich die Strategien alle ziemlich ähneln. Klar, keiner prügelt dem Kleinen ne Tofuwurst rein ;)
Wobei; so klar ist das nicht. Ich kenne Fälle, in denen die Kinder tatsächlich gezwungen wurden Fleisch/Tierprodukte zu essen; entweder mit Drohungen dazu gebracht oder tatsächlich gewaltsam gefüttert wurden. Das muss noch nicht mal böse gemeint sein; viele glauben ja immer noch, Kinder bräuchten Fleisch um gesund zu sein. Selbst wenn; dem Kind etwas, dass es nicht mag, aufzuzwingen, schadet ihm viel mehr als ein möglicher Nährstoffmangel.
Gut, dass die Autoren da ganz anders drauf sind. 


Fazit:
Ich finde das Buch sehr sympathisch, da mir vor allem der respektvolle Umgang mit Kindern gefällt. Wobei ich betonen möchte, dass da auch keine Laissez-Faire-Mentalität propagiert wird, sondern eben ein dem Alter des Kindes entsprechendes Eingehen auf dessen Bedürfnisse und Sichtweisen.
Ich glaube für (werdende) Eltern ist das ein gutes Buch. Vielleicht gibt es auch vegane Kinder, die das Buch ihren omnivoren Eltern schenken könnten, wenn diese dagegen sind, dass sich das Kind vegan ernährt, da gibt es ja oftmals viele Vorbehalte.
Das Buch ist recht kurz, klar und verständlich geschrieben, passend illustriert und optisch ansprechend. Also nicht dieser rosa Heiteitei-Look, sondern leicht kindliche Zeichnungen und etwas bunt und verspielt. 12,90€ sind jetzt auch nicht sooo teuer.
Also von mir eine Empfehlung :)

Vielen Dank an den Verlag fürs Zurverfügungstellen des Buches!

Dienstag, 7. Juni 2016

endlich: einheitliche vegane/vegetarische Kennzeichnung

Gerade mal 2 1/2 Jahre hat es vom Entschließungsantrag des Bundestrags für eine einheitliche vegan/vegetarische Kennzeichnung bis zur tatsächlichen Entscheidung gedauert:

[25.05.16] Auf ihrer Konferenz in Düsseldorf haben die Verbraucherschutzminister der Länder am 22. April 2016 einstimmig einen Vorschlag für eine rechtsverbindliche Definition der Begriffe ‘vegan’ und ‘vegetarisch’ beschlossen. Was sagt dieser aus und was bedeutet dieser Schritt?
Die Formulierung hatte eine gemeinsame Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der Länder, des VEBU und der Lebensmittelwirtschaft, erarbeitet. Inhaltlich basiert diese auf vom VEBU erarbeiteten Kriterien und entspricht vollständig den Vorstellungen und Erwartungen der interessierten Verbraucherschaft. Der VEBU freut sich über dieses deutliche Signal der Länder an die Bundesregierung, sich in Brüssel für eine rasche Umsetzung einzusetzen.

Fehlende rechtliche Vorschriften

Aktuell gibt es weder auf EU-Ebene noch in Deutschland rechtsverbindliche Kriterien, die vegane und vegetarische Lebensmittel erfüllen müssen. Dies führt zu Unsicherheiten auf Seiten der Verbraucher sowie von Herstellern und Handel. Die Notwendigkeit einer verlässlichen Definition hatte der europäische Gesetzgeber schon 2011 erkannt. In der Lebensmittel-Informationsverordnung (LMIV) wird die EU-Kommission verpflichtet, Kriterien für die freiwillige Kennzeichnung von Lebensmitteln als für Veganer oder Vegetarier geeignet zu erlassen. Dieser Auflage ist die Kommission trotz zunehmenden Drucks von Politik, Verbraucherschutzverbänden und Wirtschaft bisher nicht nachgekommen. Der Beschluss der Verbraucherschutzminister fordert den Bund explizit auf, seine Anstrengungen auf europäischer Ebene zu verstärken. Die Länder haben auf der Verbraucherschutzministerkonferenz zusätzlich beschlossen, die vorgeschlagenen Definitionen in der Lebensmittelüberwachung künftig als Maßstab zu verwenden. Alle Fraktionen des Bundestages haben ebenfalls bekundet, die Ziele des VEBU zu unterstützen und somit auf eine zeitnahe europäische Lösung hinzuwirken .

Was sagt die Definitionsempfehlung aus?

Der VEBU hatte stets gefordert, dass die willentliche Verwendung von nicht-veganen bzw. nicht-vegetarischen Substanzen im Rahmen des Produktionsprozesses auf allen Stufen ausgeschlossen sein muss. Gleichzeitig muss es zur Bereitstellung eines größtmöglichen Produktangebots für Hersteller möglich sein, nicht-vegane und vegane (analog nicht-vegetarische und vegetarische) Lebensmittel mit den gleichen Produktionsanlagen herzustellen, sofern zumutbare Vorkehrungen nach aktuellem Stand der Technik zur Verhinderung von Verunreinigungen getroffen werden. Dies führt dazu, dass das (mögliche) Vorhandensein von minimalen Spuren tierischer Substanzen in veganen oder vegetarischen Produkten gestattet ist. Der Hintergrund dafür ist, dass der Kauf von während des Produktionsprozesses (möglicherweise) mit tierischen Substanzen in Kontakt gekommenen veganen bzw. vegetarischen Lebensmitteln nicht zur vermehrten Nutzung von Tieren, zur Umweltschädigung oder Ressourcenverschwendung beiträgt und somit aus vegan-vegetarischer Sicht kein Problem darstellt. Die bestehenden Vorschriften zur Allergenkennzeichnung stellen sicher, dass Betroffene sich über diesen Aspekt eines Lebensmittels informieren können.

Die Definitionsempfehlung im Wortlaut:

(1) Vegan sind Lebensmittel, die keine Erzeugnisse tierischen Ursprungs sind und bei denen auf allen Produktions- und Verarbeitungsstufen keine
– Zutaten (einschließlich Zusatzstoffe, Trägerstoffe, Aromen und Enzyme) oder
– Verarbeitungshilfsstoffe oder
– Nicht-Lebensmittelzusatzstoffe, die auf dieselbe Weise und zu demselben Zweck wie Verarbeitungshilfsstoffe verwendet werden,
die tierischen Ursprungs sind, in verarbeiteter oder unverarbeiteter Form zugesetzt oder verwendet worden sind.

(2) Vegetarisch sind Lebensmittel, welche die Anforderungen des Absatzes 1 erfüllen, bei deren Produktion jedoch abweichend davon
1. Milch,
2. Kolostrum,
3. Farmgeflügeleier,
4. Bienenhonig,
5. Bienenwachs,
6. Propolis oder
7. Wollfett/Lanolin aus von lebenden Schafen gewonnener Wolle,
oder deren Bestandteile oder daraus gewonnene Erzeugnisse zugesetzt oder
verwendet worden sein können.

(3) Einer Auslobung als vegan oder vegetarisch stehen unbeabsichtigte Einträge von Erzeugnissen, die nicht den jeweiligen Anforderungen des Absatzes 1 oder 2 entsprechen, nicht entgegen, wenn und soweit diese auf allen Produktions- ,Verarbeitungs- und Vertriebsstufen trotz geeigneter Vorkehrungen bei Einhaltung der guten Herstellungspraxis technisch unvermeidbar sind.
(4) Die Absätze 1 bis 3 gelten entsprechend, wenn für Lebensmittel Informationen verwendet werden, die aus Verbrauchersicht gleichbedeutend mit „vegan“ oder „vegetarisch“ sind.

Quelle: vebu vom 25.5.16

Hört sich für mich gut an. Bisher war ja ärgerlich, dass einige Hersteller etwas als nicht vegan angegeben haben, weil möglicherweise "Spuren"  von Eiern o.ä. enthalten waren. Auch die Verbraucherschützer haben sich albernerweise regelmäßig mockiert, wenn etwas als vegan ausgelobt war, aber der Hinweis "kann Spuren von Eiern... enthalten" aufgedruckt war, z.B. bei der Naturata-Schoki.

Sonntag, 8. Mai 2016

TV-Tipp: HEUTE, 08.Mai, 16:30 im zdf: "planet e: Vegan – Revolution auf deutschen Tellern

Sendungsinformationen

Sonntag 08.05.2016, 16:30 - 17:00 Uhr
VPS 08.05.2016, 16:30 Uhr

Länge: 30 min.
Umweltdokumentation, Deutschland , 2016
Wiederholung  08.05.2016, 04:05 Uhr Nachtprogramm 
 

 Vegan – ein Leben ohne Fleisch und Milch, keine Eier, kein Leder. 800 000 Deutsche bezeichnen sich als Veganer. Doch ist vegan auch gesund? Und wie gut ist vegan für die Umwelt?

Patrik Baboumian ist Veganer und dennoch ganz besonders stark. Der Kraftsportler hält den Weltrekord im Baumstammstemmen. Seinen Energiebedarf deckt er mit Tofu, Soja und Erbsenshakes. Viele hielten ihn für verrückt, als er vor fünf Jahren Veganer wurde.

Baboumian wollte ein Zeichen setzen für den Tierschutz, als er 2011 seine Ernährung umstellte. Denn in seinem Leben verspeist der Durchschnittsbürger 1094 Tiere, davon 37 Enten, 46 Schweine und 945 Hühner. Zwei Drittel der weltweiten Getreideproduktion werden heute für die Tiernahrung benötigt. Laut Schätzungen von amerikanischen Wissenschaftlern könnten die Böden der Erde vier Milliarden Menschen mehr ernähren, wenn sich alle Erdbewohner für eine vegane Ernährung entscheiden würden.

Veganer haben viele Gründe für ihre Ernährungsweise: Kritik an der Massentierhaltung, Angst vor Antibiotika im Fleisch, ein starkes Gesundheits- oder Umweltbewusstsein. Wer Veganer wird, ändert nicht nur seine Ernährung, sondern auch seine komplette Lebensweise. Veganer verzichten nicht nur auf Fleisch, sondern sie lehnen alles ab, was aus Tierprodukten hergestellt wird, zum Beispiel Lederschuhe, Ledergürtel oder Gummibärchen mit tierischer Gelatine. Veganer müssen daher vieles in ihrem Alltag verändern. Das klingt nicht einfach.

"Veggie-Buddies" sollen daher künftigen Veganern helfen. Eine Idee des Vegetarierbundes (VEBU). Erfahrene Veganer helfen Neulingen mit Rat und Tat. Veronika Wehler ist dafür dankbar. Die Berlinerin möchte sich bewusster ernähren. Sie bezeichnet sich als reine "Lust- und Allesesserin", das ist ihr inzwischen zu unkritisch. Sie möchte gesünder leben.

Aber wie gesund ist vegan tatsächlich? Viele Ärzte raten Schwangeren und Müttern davon ab, ihre Kinder vegan zu ernähren. Gleichzeitig propagieren Köche, wie der "Raw Food Papst" Boris Lauser, dass Veganer ein geringeres Diabetes-Risiko haben, älter werden und jugendlicher aussehen. Was macht die Umstellung mit dem Körper? Wissenschaftler begleiten Veronika Wehler bei dem Versuch, ihr Leben zu ändern.

Patrik Baboumian hat seinen Entschluss, vegan zu leben, nie bereut. Im Gegenteil. Rekorde sammelt er immer noch und nach Wettkämpfen regeneriert er schneller, verletzt sich seltener und fühlt sich fitter. "Natürlich muss man auf seine ausgewogene Ernährung achten, was braucht mein Körper, und wie bekommt er es?", meint Baboumian. "Ich bin kein Kontrollfreak, aber ich lebe jetzt viel bewusster."

"planet e." begleitet eine junge Frau bei ihrer Nahrungsumstellung, zeigt Chancen und Risiken eines Trends, der für immer mehr Menschen zur Lebensphilosophie wird.


http://www.zdf.de/ZDF/zdfportal/programdata/829179a5-9db7-4d93-8ff4-d3ef17a70c30/c4a33162-4f55-4859-93fe-e6cc256c0e42?generateCanonicalUrl=true 

Sonntag, 24. April 2016

Vegan und Abnehmen-Experiment

Zur Fastenzeit gab's ja wieder etliche Vegan-Experimente, aber da war nix interessantes dabei. Nun hat sich aber Micha Klotzbier im Spiegel am Veganismus versucht und hat sehr erfreuliche Dinge festgestellt:
Der Mann hat mit seinem Abnehm-+Sport-Ziel schon eine ganze Artikelserie beim Spiegel.
Er ist 35 Jahre alt, 1,83 Meter groß und wiegt 160 Kilo. Der Berliner will 2016 beim Berlin-Marathon mitlaufen - mit Betonung auf "Laufen". Ein ambitioniertes Vorhaben, da ihn schon ein paar Treppenstufen aus der Puste bringen.
Angefangen hat er mit Zur Arbeit Radeln, weniger Süßigkeiten, weniger Alkohol, keine süßen Getränke und weniger Kohlenhydrate am Abend.

Bis zum Ende des Jahres will Michael Klotzbier 60 Kilo abnehmen. Wie das gelingt? Er möchte die Ernährungsumstellung weiter ausbauen, aber sich keiner einzelnen Diät verschreiben. Wichtig ist für ihn: Das Abnehmen soll nicht zur Qual werden. Keine Hauruck-Aktion, sondern ein langfristiger und dann lang anhaltender Prozess. Dimeo rät ihm zu Sport. "Das tägliche Radfahren - das ist noch kein Sport", sagt der Arzt streng. Klotzbier will jetzt mal das Walken ausprobieren. Dreimal die Woche mindestens sechs Kilometer. Dann vielleicht Schwimmen, Aquajogging, Rudern. Und irgendwann dann hoffentlich: Laufen.
Spiegel vom 21.3.15

Das mit dem Abnehmen hat zunächst beneidenswert gut geklappt, 50kg waren runter. Dann aber Stagnation und sogar Gewichtszunahme, wie das oft so bei langen Abnehmversuchen ist. Sport hat er schon genug gemacht; da kann er angeblich nicht noch höher gehen (wirklich? mehr Sport geht eigentlich immer, .v.a. Schwimmen ist da super, da sehr gelenkschonend.). Also Ernährung.
Inspiriert von meinen Treffen mit dem veganen Strongman Patrick Baboumian und dem veganen Ironman Rich Roll beschloss ich, mich während der Fastenzeit, also sechs Wochen lang, rein pflanzlich zu ernähren. Ein Selbstversuch, vor dem ich ordentlich Angst hatte. Als Neffe eines Metzgers war Fleisch immer ein zentraler Bestandteil meiner Ernährung. Ich war vollgepackt mit Erwartungshaltungen, die meisten negativ. Aber ich wurde überrascht.
Spiegel vom  20.4.16

Und zwar positiv: Er stellt fest, dass ihm Tofu, Sojajoghurt und Nüsse schmecken und er auch noch gut satt davon wird. Die Leistungsfähigkeit lässt nicht nach. Und am überraschendsten: Statt dem sozialen Abseits wird er vom sozialen Umfeld unterstützt: Seine Mutter kauft bei Besuchen vegane Aufstriche und beim Familienessen gibts eine vegane Alternative zum Braten; und bei Grillabenden kommt Tofuwürstchen on Top.
So fällt ihm das Ganze auch gar nicht schwer und er zieht folgendes Fazit:
Die Fastenzeit ist vorbei und ich esse noch immer vegan. Mir tut die wiedergefundene Ernährungsdisziplin gut und ich habe die Hoffnung, so endlich unter die hundert Kilo zu kommen. Ich verlängere auf unbestimmte Zeit.
Ich denke nicht, dass der vegane Lebensstil auf Dauer das Richtige für mich ist. Aber momentan ist er ein gutes Werkzeug, um weiter mit Spaß und auf gesunde Weise Gewicht zu verlieren.
Der ethische Gedanke, der vermutlich die meisten Veganer antreibt, ist zwar nicht meine Hauptmotivation. Ich bin mir dennoch sicher, dass ich in Zukunft bewusster mit dem Verzehr von tierischen Produkten umgehen werde. Jetzt, da ich so viele leckere pflanzliche Alternativen kenne, werde ich sicher seltener zu Milch, Ei und Fleisch greifen. Und wenn doch, will ich sicher sein, dass die Qualität stimmt.
Schade, dass er sich nicht auch mit dem ethischen Hintergrund des Veganismus auseinandergesetzt hat. Bei reinem Gesundheitsveganismus würde mir auch die Motivation fehlen.

Aber insgesamt finde ich es doch toll, dass Micha auf so einem bekannten Medium wie dem Spiegel so viel Positives berichtet.
Mehr von Micha gibts bei Achim Achilles

Dienstag, 19. April 2016

Mausflaus testet Buch "Veganguide" von Patrick Bolk




Nachdem ich schon von "So geht vegan" und "Vegan im Job" begeistert war, habe ich mich gefreut, dass der Südwest-Verlag mir auch von Patricks neustem Werk ein Rezensionsexemplar geschenkt hat.

Ich nehm mal das Fazit vorweg: Das Buch ist noch besser als die Vorgänger.

Das Buch hält, was die Beschreibung verspricht. Es werden superviele Infos - ich meine, alle wichtigen, die man als Neuveganer braucht - geliefert; sowohl was Nährstoffe, Einkaufsmöglichkeiten, Gesundheit, Produkte, Vegan im Alltag, Kochen und natürlich Rezepte angeht.
Aaaaber: Es sind so viele Infos drin, dass sogar ich als "erfahrener" oder zumindest belesener und informierter langjähriger Veganer noch viel Interessantes und Neues gefunden habe.

So gibt es nicht nur praktische Tipps, wo man sich informieren kann, wo einkaufen, welche Tierprodukte durchwas ersetzen, wie Geld sparen, wie man in Diskussionen reagieren soll, wie man das Vegansein mit dem Job in Einklang bringt; sondern es werden auch die Grundsätze des Vegetarismus/Veganismus erläutert, seine Geschichte und Entwicklung und - besonders interessant - aktuelle Zahlen und Fakten. Wusstet ihr, dass es in Deutschland rund 120 rein vegane Restaurants gibt und 2015 ebensoviele vegane Kochbücher erschienen sind?
Einen kleinen Abstrich gibt's dafür, dass selten Quellen genannt werden. So muss man darauf vertrauen, dass gut recherchiert worden ist. Wobei ich persönlich den Autor für seriös und kompetent halte, sodass ich da auf die Richtigkeit - wenigstens so grob - vertrauen würde. Ich habe auch nix gefunden, wo ich dachte Moment, das klingt aber komisch. 

Wie immer muss ich auch das Design loben; das Buch ist nicht einfach auf langweiligem weiß gedruckt, sondern die Seiten sind gut durchgebuntet, aber ohne dass es aufdringlich oder unübersichtlich wird. Man kann sich insgesamt gut zurechtfinden, weil die Themen gut sortiert sind, Überschriften gemacht werden und es immer wieder Infografiken gibt.
So, und nun ein paar Beispiele, was ich meine:



klick aufs Bild, dann wirds größer



Worauf ich ganz besonders stolz bin - und ich gebe zu, dass mich das vielleicht auch ein klein bisschen in meiner Wertung beeinflusst ;) - ist, dass ich im Register sogar erwähnt werde!!! Und das, obwohl ich mich in letzter Zeit echt rar gemacht hab.



Also ganz klare Kaufempfehlung. Entweder zum Verschenken an Neuveganer, oder zum selbst Durchblättern. Bestimmt findet ihr was, was ihr noch nicht wusstet, oder mal ausprobieren wollt. Und wenn mal wieder jmd doofe Fragen stellt, dann drückt ihr ihm einfach das Buch in die Hand und sagt "Lies selbst nach" :D

*Hier* gehts zur Verlagsseite mit Leseprobe

Vielen Dank an den Verlag fürs kostenlose Zurverfügungstellen des Buches.

Sonntag, 17. April 2016

Links der Woche X

neues Positionspapier der DGE zu veganer Ernährung
Auf 11 Seiten erklärt die DGE, wieso vegane Ernährung voll gefährlich ist. PETA kommentiert dazu, vegane Ernährung sei nicht gefährlich wenn man B12 supplementiert und sich nicht bloß von Chips und Cola ernährt.

Heilpraxis.net berichtet, mit Fast-Food würden häufig auch Industriechemikalien aufgenommen
Diese würden bei der Produktion oder aus der Verpackung in das Nahrungsmittel übergehen.

Stiftung Warentest hinterfragt kritisch hochdosierte Vitamin-D-Präparate
und hält diese nach der aktuellen Studienlage für wirkungslos. Ich nehm meins aber trotzdem weiter. Sicher ist sicher.

Auf dem Verbraucherportal lebensmittelklarheit.de beschwert sich ein Verbraucher über den Alpro Mandeldrink
Weil nur 2% Mandel, und das für 2,99€. Stimmt schon, aber überteuerte Produkte sind jetzt irgendwie nicht so der Mega-Aufreger finde ich.

Die Glosse auf Volksverpetzer.de schildert, wie jedes Gespräch mit einem Veganer abläuft
Ich musste mehrmals ziemlich grinsen :D



Ich wünsche euch noch ein schönes Wochenende und einen guten Start in die neue Woche!